Märkische Allgemeine Zeitung
20.05.2011
LANDWIRTSCHAFT: Kein weiterer Stall geplant
Neuer Eigentümer in Seebeck: Schweinemast lohnt sich ohne Neubau
SEEBECK - Der neue Eigentümer der Agrar GmbH Seebeck will keinen neuen Antrag zum Bau neuer Ställe für die Schweinemast stellen. Das versicherte der Landwirt aus Schleswig-Holstein gestern gegenüber der MAZ. Das Ehepaar aus Kappeln an der Schlei möchte seinen Namen nicht in der Zeitung lesen. Anders als der Vorbesitzer, der Däne Mogens Nielsen, halte er nicht viel davon, seine Pläne in der Öffentlichkeit zu diskutieren. Eine Ausweitung der Schweinemast plane er aber nicht: 2000 Ferkel in Seebeck und 1500 Mastplätze in Meseberg genügten ihm erst einmal, sagt der Norddeutsche. Alles darüber hinaus würde nur kleinere Betriebe in der Region kaputtmachen, und das wolle er nicht. Außerdem habe er noch Galloways, seit er einen Landwirtschaftsbetrieb in Keller gekauft hat.
Das brandenburgische Landesamt für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz hatte im März den Antrag der Agrar GmbH Seebeck abgelehnt, die Schweinemastanlage zu erweitern (die MAZ berichtete). Mogens Nielsen hatte im Juli 2009 beantragt, einen neuen Stall zu bauen und die Zahl der Mastplätze auf 3616 für Schweine und 2064 für Ferkel zu erweitern. Abgelehnt wurde dieser Antrag, weil Nielsen keine vollständigen Unterlagen zum Immissionsschutz nachgereicht hatte.
In der Gemeinde Vielitzsee hatte sich im März 2010 eine Bürgerinitiative gegen die Erweiterung der Schweinemastanlage in Seebeck gegründet. Sie fürchtet eine Versechsfachung der anfallenden Gülle sowie eine erhebliche Belastung mit Ammoniak, Staub, Keimen und Antibiotika sowie zusätzlichen Lkw-Verkehr, wenn statt bisher drei Mastzyklen à 650 Schweinen bis zu 12 000 Tiere im Jahr durch die Ställe geschleust würden. Seebeck ist gespalten in der Frage der Schweinemast: Landwirtschaft gehöre ins Dorf, finden Alteingesessene – aber nicht in dieser Dimension, meinen vor allem Zugereiste. Der neue Eigentümer der Agrar GmbH findet es seltsam, dass sich auch Seebecker gegen die Schweinemast engagierten, die selbst eine Massentierhaltung betreiben. Da fehle ihm das Verständnis.
Anders als anderen Bietern sei es ihm nicht um die rund 400 Hektar eigenes Ackerland gegangen, die zu dem Betrieb gehörten, sondern um die Mastställe und die Schweinezucht. Er sei seit 1990 in der Region ansässig und als Landwirt aktiv. „Ich denke langfristig“, sagt der Tierhalter. „Mein Vater, mein Opa und mein Uropa waren Landwirte.“ Auch seine Frau komme aus einer langen Bauerntradition. Dorftratsch interessiere ihn wenig: „Es gab einen Gesellschafterwechsel, ich bin der neue Geschäftsführer.“ Für den Betrieb in Seebeck ändere sich nichts. Eine lukrative Schweinemast kann sich der neue Eigentümer auch in den vorhandenen Ställen vorstellen. (Von Christian Kranz)
Märkische Allgemeine Zeitung 13.05.2011
Landwirtschaft: Schweinemast in Seebeck abgelehnt
SEEBECK - Das brandenburgische Landesamt für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz hat den Antrag der Agrar GmbH Seebeck abgelehnt, die Schweinemastanlage in Seebeck zu erweitern. Die Agrar GmbH, die damals dem dänischen Landwirt Mogens Nielsen gehörte, hatte am 15. Juli 2009 wesentliche Änderungen der bestehenden Schweinemastanlage aus DDR-Zeiten beantragt. Der Investor plante eine Erweiterung auf 3616 Plätze zum Halten von Mastschweinen und 2064 Plätze zur Aufzucht von Ferkeln. Vor dem Verkauf an Nielsen standen in den Seebecker Ställen 650 Zuchtsauen. Inzwischen soll die Agrar GmbH erneut den Besitzer wechseln. Nielsen und der Seebecker Geschäftsführer Hans-Georg Braun waren gestern nicht zu erreichen.
Das Landesumweltamt begründet die Ablehnung vom 18. März 2011 im Wesentlichen damit, dass die Agrar GmbH trotz mehrfacher Anforderung keine vollständigen Unterlagen und Nachweise zum Immissionsschutz vorgelegt habe. (ck)
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