Bürgerinitiative Vielitzsee
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Planung Schweinemastanlage
Ein Schweinezüchter aus Dänemark, Mogens Nielsen, plant in Seebeck mitten im Dorf und Landschaftsschutzgebiet, nahe des Vielitzsees eine Schweinemastanlage, in der er 12.000 Schweine pro Jahr mästen will. 

 

Die Planungen aus dem Jahr 2008, die der BI Vielitzsee vorliegen, sagen dazu folgendes aus: Statt jetzt weniger als 600 Sauen sollen ständig mehr als 3.600 Sauen in den Ställen in Seebeck gemästet werden.

Kartenmaterial:

Statt jetzt 3 Mastzyklen von 600 Schweinen sollen pro Jahr 12.000 Schweine gemästet werden.

Das ist mehr als eine Versechsfachung und bedeutet

  • 6 mal soviel Gülle,
  • 6 mal soviel Emissionen von Ammoniak, Staub, Keimen und
  • 6 mal soviel Ausscheidungen von Antibiotika.

Die Tiere werden strohlos auf Teil- bzw. Vollspaltenböden gehalten.

Die Entfernung der Gülle erfolgt über Güllekanäle im Fließverfahren. Die Gülle fließt in die Güllevorsammelgrube und wird von dort mittels Gülletransportfahrzeug in einen Güllehochbehälter gepumpt. Dieser soll lediglich mit einer Schwimmschicht abgedeckt.

Die Gülle soll auf die betrieblich bewirtschafteten Flächen (ca. 820 ha) ausgebracht werden.

Gülleanfall ca. 6.663 m³   -  das sind 6,663 Millionen Liter Gülle

Das Frischwasser wird einem eigenen Grundwasserbrunnen entnommen.

Frischwasserverbrauchsmenge ca. 9.900 m³/a  - das sind 9,9 Millionen Liter Trinkwasser

Dafür bedarf es einer Erweiterung der vorhandenen wasserrechtlichen Erlaubnis.

Nach eigenen Aussagen befindet sich im Bereich des Anlagenstandortes sowie westlich und östlich das Grundwasser unter einer geologisch gestörten Deckschicht. Nördlich des Standorts ist das Grundwasser unter einer sandigen Deckschicht anzutreffen. Die Verschmutzungsempfindlichkeit des Grundwassers heißt es in den Planungsunterlagen, ist im Großteil des betroffenen Gebietes als hoch einzustufen.

Schutzgüter im Radius von 1 km (gemäß Immissionsschutz relevantes Untersuchungsgebiet):

In diesem Gebiet liegt der Naturpark „Stechlin-Ruppiner Land und das Landschaftsschutzgebiet „Ruppiner Wald- und Seengebiet". Der Neubau des Stalles und Güllehochbehälter soll im Landschaftsschutzgebiet „Ruppiner Wald- und Seengebiet' erfolgen.

Die Wohnhäuser befinden sich ca. 150 m vom geschätzten Emissionsschwerpunkt der geplanten Anlage entfernt.

(Nach den Erkenntnissen der Bürgerinitiative müssten sie gemäß Immissionsschutzgesetz mindestens 400 m entfernt sein!!!)

Innerhalb der Schweinemastanlage  befindet sich das Bodendenkmal „mittelalterlicher /frühneuzeitlicher Ortskern Seebeck mit Siedlung Steinzeit und Slawenzeit".

Auswirkungen durch den Anlagenbetrieb auf in der Nachbarschaft lebende Menschen können durch die Emission von Gerüchen, von Geräuschen, von Stäuben/Keimen und von Ammoniak hervorgerufen werden.

Geräusche entstehen durch

  • diskontinuierlich erfolgende Mais-, Trockenfutter-, Tier-, Gülle- und Tierkadavertransporte,
  • Fahrten der Beschäftigten/Tierarzt und von Besuchern sowie
  • den Betrieb der installierten Ventilatoren sowie durch die Befüllung der Mischfuttersilos und die Einlagerung von Körnermais

Ammoniak: Der Grenzwert für Ammoniak wird mit von 50 ppm bzw. 35 mg/m³ angegeben.

Eine Beeinträchtigung der in Seebeck wohnenden Menschen sei durch die zu erwartende Ammoniakemissionen ausgeschlossen.

Aber: Die aus der Anlage zu erwartenden Ammoniakemissionen können die Flora and Fauna der Umgebung beeinflussen.

Nach Mindestabstandsermittlung für geplanten Zustand errechnet sich ein Umkreis von 786,73 m, in dem empfindliche Pflanzen oder Ökosystemen Schädigung durch Ammoniak erleiden können:

Nach eigenen Aussagen befinden sich im Umkreis von 786,73 m die nachfolgenden, gemäß Naturschutzgesetz zu schützenden Naturdenkmale, Alleen und Biotope

sowie die östlichen und südöstlichen Forstbestände Nr. 8 (überwiegend Kiefern):

  • flächige Obstbestände (Streuobstwiesen), südwestlich gelegen
  • permanentes Kleingewässer beschattet, westlich
  • permanentes Kleingewässer unbeschattet, nordwestlich
  • südlicher nährstoffreicher See  - Vielitzsee
  • Erlen-Bruchwälder, westlich und südöstlich und  nördlich
  • Feldgehölze nasser und feuchter Standorte, nordöstlich
  • flächige Hochstaudenfluren feuchter bis nasser Standorte, südlich und südwestlich
  • Großröhricht und beschattete Quelle im Westen, Süden und Südosten
  • naturnaher beschatteter Bach südlich
  • standorttypischer Gehölzsaum an Gewässern westlich, südlich, nördlich und östlich sowie   nordöstlich der Anlage
  • silbergrasreiche Pionierflur nördlich
  • Seggenried mit überwiegend rasig wachsenden Großseggen süd- bis südöstlich
  • naturnaher beschatteter Graben südöstlich, nördlich und nordöstlich
  • naturnaher unbeschatteter Graben nordöstlich, südöstlich, südwestlich
  • Allee, geschlossen, gesund, jung, nordwestlich
  • Markanter Solitärbaum (Naturdenkmal) westlich der Anlage
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