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Schweine tiergerecht halten
"Solange es Schlachthäuser gibt, wird es auch Schlachtfelder geben." 
Graf Leo N. Tolstoi (1828-1910), russischer Schriftsteller


Eine Reportage über das Grauen in den Schlachthöfen
von Frontal 21
gesendet April 2010,
zum Artikel und Video


Schluss mit der quälerischen Schweinehaltung

Wirtschaftsfaktor Schwein
Mit rund 40 Millionen Schweinen pro Jahr ist die Bundesrepublik Deutschland in der EU einsamer Spitzenreiter bei der Erzeugung von industriellem Schweinefleisch.
Längst ist das Schwein in Deutschland ein bedeutender Wirtschaftsfaktor geworden - mit all seinen schrecklichen Konsequenzen. Um möglichst kostengünstig produzieren zu können, werden jegliche Bedenken hinsichtlich des Tierschutzes missachtet, so dass Schweine in Deutschland ein kurzes, schreckliches Dasein fristen - von einem würdigen Leben kann zu keinem Zeitpunkt die Rede sein.
In Großbetrieben werden Schweine möglichst schnell unter grausamsten Bedingungen zur Schlachtreife gemästet. Auf Vollspaltenböden in dunklen, engen Ställen vegetieren sie, zur Regungslosigkeit verdammt, dahin. Kreislaufschwäche, Gelenk- und Muskelkrankheiten, Druckstellen, Hautabschürfungen und Klauenverletzungen sind die Folge. Die entsetzlichen Bedingungen der industriellen Schweinehaltung sind nicht tiergerecht und widersprechen dem Tierschutzgesetz wie auch dem Grundgesetz Art. 20 a, nach dem der Tierschutz endlich Staatsziel geworden ist.
Glücksschweine leben anders
Schweine zählen zu den intelligentesten Säugetieren. Auffallend neugierig und lernfähig erkunden sie unter natürlichen Bedingungen ihre Umwelt. Ganz im Gegensatz zur geläufigen Meinung sind Schweine äußerst reinliche Tiere, die niemals in ihren unmittelbaren Lebensbereich urinieren oder koten würden. Sie verbringen ihre Zeit am liebsten mit vielen Artgenossen. Instinktiv baut eine trächtige Sau ein Nest für ihren Nachwuchs, den sie 15 Wochen lang säugt und auf das Leben vorbereitet. Industrielle Schweinezucht hat mit Leben und Natur leider nicht mehr das Geringste gemeinsam
Bauernopfer Schwein
Sauen sind in der Schweineindustrie reine Gebärmaschinen, die den größten Teil ihres Lebens in engen Stahlkäfigen teilnahmslos auf ihren Tod warten. 24 Ferkel im Jahr muss diese Gebärmaschine auf dem kalten, kotverschmierten Boden zur Welt bringen. Mit jeder künstlichen Besamung der Sau beginnt die Fleischproduktion von vorn. Im Akkord folgt ein Ferkelwurf auf den anderen, bis die Sau nach ca. 2,5 Jahren die Leistung nicht mehr erbringen kann und geschlachtet wird
30 Monate lang bestialischer Gestank, der ihr ständig in ihre empfindliche Nase steigt, da sie lebenslang auf Betonspaltenboden über einer riesigen Güllegrube steht. Die Tiere stehen so lange knöcheltief in ihren Ausscheidungen, bis sie diese durch die Spalten in den Betonböden getreten haben. Dies erspart das Ausmisten der Ställe.
30 Monate lang ist das gelegentliche Aufstehen die einzige Abwechslung für die Sau, aber selbst dies geschieht nur unter Schmerzen, da sich die Gelenke am harten Betonboden oftmals wund gescheuert und entzündet haben.
Bereits nach drei Wochen werden der Sau die jungen Ferkel entrissen, denn die Zeit ist nun mal Geld und das Tier nur ein Produkt, das sich möglichst schnell rentieren muss.
Die Ferkel - kein Leben vor dem Tod
Von der Geburt bis zum Tode sind Qualen und Schmerzen an der Tagesordnung. Viel zu früh von der Mutter getrennt, suchen die kleinen Ferkel Ersatz für die Zitzen und knabbern an den Ohren und Schwänzen der Artgenossen. Um Verletzungen und Entzündungen zu vermeiden, schleift man die Eckzähne ab und entfernt ihre kleinen Ringelschwänze mit einer Kneifzange - und zwar ohne Betäubung. In den ersten Lebenswochen werden den männlichen Ferkeln noch die Hoden abgeschnitten - erneut ohne Betäubung, nur um Kosten zu sparen. Nun haben sie nur noch auf den erlösenden Tod zu warten.
Dicht an dicht in Gruppen zusammengepfercht, ohne ausreichend Platz, ohne Einstreu, ohne Beschäftigungsmöglichkeiten und im Halbdunkeln warten die Schweine auf das Erreichen des Schlachtgewichts. Hochkonzentriertes Futter und Antibiotika beschleunigen das Wachstum der Schweine und führen innerhalb von 160 Tagen zur Schlachtreife. 160 Tage voller Leid, bis der rettende Stromstoß den Qualen ein Ende setzt.
Die gesetzliche Situation
Seit Juni 2001 ist die Bundesrepublik Deutschland aufgefordert, die EU-Richtlinien zur Schweinehaltung in deutsches Recht umzusetzen. Der deutsche Gesetzgeber hat sehr wohl die Möglichkeit, in einer Verordnung über die in Europa geforderten Mindeststandards hinauszugehen, wie es Großbritannien, Skandinavien und die Niederlande bereits vorgemacht haben.
Deutschland scheint seine Vorreiterrolle im Tierschutz aufgeben zu wollen und droht ins europäische Mittelmaß abzufallen. Wirtschaftliche Gründe dienen dabei als Rechtfertigung für die unendlichen Qualen in deutschen Schweinehaltungsbetrieben. Den hohen Preis für billiges Schweinefleisch bezahlt das Tier.
Das Bündnis Tierschutz fordert:
  • Um den Schweinen ein Stück Leben zu bewahren, müssen ihre viel zu kleinen Boxen vergrößert und in Liege-, Aktivitäts- und Kotbereich aufgeteilt werden.
  • Im Ruhebereich dürfen keine Spaltenböden vorhanden sein. Er muss durch eine Wand oder einen Höhenunterschied vom Kotbereich getrennt und mit Einstreu versehen werden.
  • Der Kastenstand muss sowohl für die Haltung von tragenden als auch von säugenden Sauen generell verboten werden.
  • Den Schweinen muss geeignetes Material in Form von Heu und Stroh zur Verfügung gestellt werden, damit sie sich ausreichend beschäftigen können.
  • Schweine sind tagaktive Tiere und müssen daher in Ställen untergebracht werden, die mit natürlichem Tageslicht beleuchtet werden.
  • Schweine bedürfen eines optimalen Stallklimas, was insbesondere eine Versorgung mit Frischluft erfordert. Zusätzlich müssen Schweineduschen eine Möglichkeit zur Abkühlung bieten.
(Quelle: Flyer des Bündnis Tierschutz)
Bündnis Tierschutz:
Deutscher Tierschutzbund e.V.
Baumschulallee 15 53115 Bon
Tel.: 0228/60496-0 Fax: 0228/60496-40
E-Mail:
bg@tierschutzbund.de www.tierschutzbund.de
Bundesverband Tierschutz e.V.
Walpurgisstraße 40 47441 Moers
Tel.: 02841/25244/45/46 Fax: 02841/26236
E-Mail:
bv-tierschutz@t-online.de www.bv-tierschutz.de
Bund gegen Missbrauch der Tiere e.V.
Viktor-Scheffel-Straße 15 80803 München
Tel.: 089/383952-0 Fax: 089/383952-23
E-Mail
office@bmt-tierschutz.de www.bmt-tierschutz.de

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